Wenn man meinen Vater nach seinen Wohnerfahrungen fragt, bekommt man einige lustige Geschichten zu hören. Über einige kann er heute selber auch lachen. In der ersten eigenen Wohnung in Wien waren Mama und Papa froh, dass bereits ein Kühlschrank da war. Als mein Papa diesen aufmachte, hatte er plötzlich die Tür in der Hand.

Aber im Grunde genommen gibt es wenig zu lachen. Für die Kaution war damals kein Geld da und damit wir die Wohnung überhaupt bekamen, mussten wir den Vermietern auch noch ein Kuvert mit Geld (natürlich alles inoffiziell) übergeben. Beschweren trauten sich meine Eltern damals nicht. Das liegt an der Abhängigkeit von der Wohnung, die, auch wenn sie nicht toll war, existenzsichernd ist.

Heute geht es vielen Menschen genau so.
Wir waren letzte Woche in Wien Favoriten unterwegs. Die Fotos sagen mehr, als ich jemals beschreiben könnte.

…und die MieterInnen trauen sich aus Angst nichts zu machen. Weil sie wollen ja die Wohnung nicht verlieren. Jene, die sich trauen, haben oft lange und jährlich stattfindende Gerichtstermine, um ihre Rechte zu erwirken und das zu viel bezahlte Geld zurückzuholen.

Wir wollen diesen Menschen beistehen! Wir wollen sie motivieren, etwas zu tun! Das schaffen wir als 9er Sektion alleine nicht. Wir brauchen euch…

..um gemeinsam mit uns von Tür zu Tür zu gehen, um diese Menschen zu erreichen.
..um gemeinsam kostenlose Mietrechtsberatungen zu organisieren.
..um den MieterInnen wieder eine Stimme zu geben!

Autor: Nikola Poljak